Agave
Herkunft und Aussehen
Agaven (Agave) sind sukkulente Zimmer- und Kübelpflanzen, die sich durch sehr dekorative, fleischige, schwertförmige Blätter auszeichnen, welche rosettenförmig aus einer Basis entspringen. Bei einigen Arten sitzt die Blattrosette auf einem kurzen Stamm. Je nach Art sind sie grün oder bläulich-grün gefärbt, es gibt aber auch mehrfarbige Varietäten, zum Beispiel Agave americana var. medio-picta ‘Alba’, deren Einzelblätter jeweils mit einem weißen Streifen versehen sind. Die Sukkulenten sind wahre Trockenkünstler: Wie die Aloe und die Fetthennen speichern sie in ihren fleischigen Blättern Wasser. Zudem ist die Blattoberfläche oft mit einer wachsartigen Schicht überzogen und mit kleinen Härchen besetzt, die vor austrocknenden Winden schützen. Aus diesem Grund überstehen Agaven auch längere Trockenphasen gut. Je nach Art können die einzelnen Blätter bis zu 150 Zentimeter lang und 20 Zentimeter breit werden. Mit den Jahren entwickeln sich so einige Arten teils zu stattlichen Exemplaren.
Ursprünglich stammen Agaven aus dem Süden Nordamerikas, Mittelamerika und den nördlichen Teilen Südamerikas, wo sie in Wüsten und Halbwüsten wachsen. Sicherlich sind Ihnen aber auch im Mittelmeergebiet, zum Beispiel an der Costa Brava oder auf einer der griechischen Inseln, schon die mächtigen Gestalten freiwachsender Agaven aufgefallen. Die ersten Exemplare wurden dort nach der Entdeckung Amerikas eingeführt und haben sich nach und nach immer weiter ausgebreitet.
An ihrem Naturstandort in Mexiko und Mittelamerika haben die Sukkulenten eine große ökonomische Bedeutung. So ist beispielsweise die Sisal-Agave (Agave sisalana) ein wichtiger Faserlieferant und aus verschiedenen Agaven-Arten wird der in der mitteleuropäischen Küche oft verwendete Agavendicksaft gewonnen. Nicht zu vergessen natürlich eines der wichtigsten und auch ertragsreichsten Erzeugnisse der Agave: der Tequila, ein hochprozentiger Schnaps, der ausschließlich aus dem Herz der Blauen Agave (Agave tequilana) hergestellt wird.
Weit über 200 Arten gehören zur Pflanzengattung der Agaven. Unter Gärtnern besonders bekannt ist die Amerikanische Agaven (Agave americana), die wegen ihrer stattlichen Größe von bis zu drei Metern Durchmesser der Blattrosette aber nur für wirklich große Kübel zu empfehlen ist. Sie zählt zu den winterhärtesten Agaven und kann problemlos Temperaturen von unter zehn Grad Celsius überstehen. Auch wenn einige wenige Agaven-Arten wie Agave megalacantha oder Agave parryi bei uns durchaus winterhart sind, überstehen die meisten Arten den Winter im Freien nicht und eignen sich deshalb vor allem zur Kübelbepflanzung oder als Zimmerpflanzen. Hier sind vor allem die kleinbleibenden Arten wie die Fadentragende Agave (Agave filifera) oder die Königsagave (Agave victoriae-reginae) zu empfehlen.
Die Agave gehört zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Und tatsächlich erinnert der Blütenstängel, der je nach Art bis zu zwölf Meter hoch werden kann und aus der Mitte der Blattrosette entspringt, auf den ersten Blick etwas an Spargel. Solch große Blütenstängel bildet vor allem die Amerikanische Agave aus. Bis zur Blüte können aber durchaus einige Jahre vergehen. So blüht diese Art am Naturstandort nach 10 bis 15 Jahren, in Mitteleuropa sogar erst nach fünfzig Jahren. Da man früher davon ausging, dass die Pflanze sogar erst nach hundert Jahren Blüten bildet, hat sich der Name "Hundertjährige Agave" bis heute gehalten. Aus diesem Grund wird die Amerikanische Agave im Englischen auch "century plant" genannt. Eine blühende Agave ist also recht selten – zum Glück, denn viele Arten sterben nach der Blüte ab. Wenn die Agave dann blüht, sitzen an den Blütenstängeln – teilweise auf kurzen Stielen – mehrere Blütenfächer, die aus zahlreichen, meist gelben Einzelblüten bestehen.
(Quelle: mein-schoener-garten.de)

